- Freitag12März 2010
20:30 Uhr - Aki Takase (JP) spielt Fats Waller
- Eintritt: 18 € / erm. 15 €
Aki Takase (JP) spielt Fats Waller
Da Eugene Chadbourne einen Tag später schon für einen einen Auftritt im Bunker gebucht war, ist es doch einfach logisch, dass Aki Takase sich einen Tag zuvor noch ihre anderen Freunden Mahall, Lovens und Wogram nach Bielefeld einlädt, um eben mal eines ihrer preisgekrönten Interpretation von Jazzlegenden aufzuführen! Die Wahl fiel auf das Fats Waller Projekt. Eine frühere Live-Rezension schwärmte - und dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen: "Lautmalerei, schräger Blues und Plunger-Growls, singende Säge, Klingel, Pfeife und ein fröhlich klimperndes Banjo ergänzen Two-Beat-Stomps, einfacher gesagt: Free Dixie. Eugene Chadbourne intoniert in unbeirrt fröhlicher Schräglage auf Banjo und Gitarre Pickings, Blues und Bottleneck-Slides, die der Verschwörung der Idioten alle Ehre machen. Paul Lovens am Schlagzeug treibt dazu unentwegt den Two-Beat voran.Rudi Mahall und Nils Wogram aka Bassklarinette und Posaune produzieren darauf Klänge, Läufe, Melodien, Kieckser und Quietscher, Hechler und Röchler in lockerer Virtuosität und mit höchstgradigem Spaßfaktor. Die Meisterin des ganzen sitzt an den Tasten: Jazzkoryphäe Aki Takase beherrscht in einzigartiger Weise Fats Wallers skurrilen Humor."
Jazzthing.de schrieb zu dem Konzert in Berlin:
"Geradezu großartig war der Auftritt, den die Pianistin Aki Takase und der linksradikale banjospielende Hillbilly Dr. Eugene Chadbourne am Sonnabend im Festspiele-Haus absolvierten.Gemeinsam mit Takases ständiger Begleitung, dem Klarinettisten Rudi Mahall, interpretierten sie eine Reihe von Ragtime-Klassikern aus der Feder Fats Wallers. Was - anders als bei den vorherigen und folgenden Konzerten des Festivals - endlich einmal eine Interpretation historisch gewordenen Jazzmaterials darstellte, die ihre Vorlage weder musealisierte noch mit jenem aufdringlich augenzwinkernden Jazzerhumor zu verfremden versuchte, wie man ihn beim Jazzfest seit der Amtsübernahme von Peter Schulze in auffälliger Häufung erlebt. Herrlich anzuschauen und anzuhören war das: wie Takase lustig, aber nie übertrieben verrenkt die - linke und rechte Hand typischerweise weit auseinandertreibenden - Waller-Läufe nachspielte; wie Chadbourne - verschmitzt-bucklig hinter seinem E-Banjo lauernd - den wunderbarsten Ragtime-Hillbilly-Bastardgesang intonierte, den man sich vorstellen kann; wie Paul Lovens hektisch-hechelnd-schepperndes Schlagzeug den Gesamteindruck des Rund-Ungerundeten abrundete."
Auch der Tagesspiegel feierte Takase als Höhepunkt des Festivals: "Aki Takase hätte nicht mal ihre acht weißen Imbiss-Plastiklöffel gebraucht, die sie für ihre Komposition "Tintenfisch in Wien" zwischen die Saiten des Flügels klemmte, um ihre Virtuosität und ihren respektvollen, aber auch Schneisen schlagenden Umgang mit dem musikalischen Material von Fats Waller zu untermauern."
Am 21. November wird Takase in Berlin für ihre aktuelle "Plays Fats Waller"-CD (Enja) mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.