Der Bunker

Der Bunker Ulmenwall, einst als Bollwerk gegen drohende Luftangriffe errichtet, später als Keimzelle intelligenter Kultur- und Jugendarbeit aus den Ruinen ins Leben gerufen, entwickelte sich zum Treffpunkt für Musik-, Literatur- und Kunstfreunde der verschiedensten Generationen und Nationalitäten. FlurDer Bunker Ulmenwall zählt damit zu den ältesten Veranstaltungsorten für aktuellen Jazz, Improvisierte Musik und Artverwandtes, für Lesungen, Kabarett und Ausstellungen in Deutschland. »Toaster« haben Musiker der New Yorker Jazz-Szene die kleine, aber feine Bühne getauft, auf der sich internationale Größen genauso wohl fühlen wie die lokale und regionale Szene. Gespielt wird in Augenhöhe zum Publikum, das von drei Seiten herandrängt – ein heißer Ort für Musiker und Jazz-Liebhaber, für Literaten und Kabarettisten. Seit 1996 wird das unterirdische Gewölbe in freier Trägerschaft durch den gemeinnützigen Bunker Ulmenwall e.V. geführt, anteilig gefördert durch die Stadt Bielefeld.

2006 gab es gleich zwei Jubiläen zu feiern: 50 Jahre Jazz und Jugendkultur im Bunker und 10-jähriges Bestehen des Trägervereins. Hier ein Streifzug durch die Geschichte des Bunker Ulmenwall vom ersten Spatenstich bis zur aktuellen Konzeption:

Jugendkultur und Jazzmusik haben im Bunker Ulmenwall eine lange Tradition. Nach dem Krieg teilten sich Jugendgruppen wie »Die Falken«, Pfadfinder, CVJM oder auch die ”Deutsche Jugend des Ostens" mit dem Bielefelder Puppenspieler Helmut Selje das Gewölbe, welches 1939 als Sanitätsbunker am Fuß des Bielefelder Sparrenbergs errichtet worden war.

ThekeAb 1956 etablierte sich die Bielefelder Jazzszene in den Kellerräumen am Ulmenwall.
Die »Jazzbandbälle«, die das Jugendamt hier mit dem Bunker Jazzclub veranstaltete, wurden schnell zum Geheimtipp in der Region. Zudem wurde ab 1957 alle zwei Wochen zu Vorträgen über Stile und Musikerpersönlichkeiten in den Bunker geladen. Die neuesten Platten wurden gespielt und besprochen. Im April 1961 wurde der Bunker als Studenten-Clubraum, kombiniert mit Jazzkeller und Seljes Puppenspielen, neu eröffnet. Als dann die Bielefelder Puppenspiele nach drei Jahrzehnten gemeinsamer Nutzung auszogen, hatte der Bunker Ulmenwall seinen Ruf bereits weit über Bielefelds Grenzen hinaus gefestigt. Mit seinem dichten Veranstaltungsprogramm war der Club in Bielefeld praktisch konkurrenzlos. Der Schwerpunkt Programme verlagerte sich kontinuierlich in Richtung auf zeitgenössische improvisierte Musik und modernen Jazz. Immer war der Bunker dabei auch offen für Anderes, Neues, und vor allem auch Förderer des lokalen musikalischen Nachwuchses. Die regionale Szene hatte und hat ihren festen Platz in den Programmen der Einrichtung. Bis heute steht der Bunker – dies mit internationalem Renommee - für aktuellen Jazz, Literatur und Kabarett. Seinen legendären Ruf als Veranstaltungsort verdankt er dabei fast ausschließlich den Jazzkonzerten.

Gleichzeitig dient der Bunker Ulmenwall dem regionalen künstlerischen Nachwuchs als Plattform. Bei monatlichen Poetry Slams sammeln junge Literaten erste Bühnenerfahrung. In Workshops, Sessions und Kompositionswettbewerben präsentieren sich junge Musiker. Der Bunker dient auch als Proberaum. Instrumente und Anlage stellt der Bunker Ulmenwall e.V. umsonst zur Verfügung. Und Menschen unter 18 Jahre haben freien Eintritt zu allen Veranstaltungen des Vereins.